Sonntag, 6. Oktober 2013

Mystisch, magisch und bewegend! TOLL!

Rezension zu "Wen der Rabe ruft" von Maggie Stiefvater



Wen der Rabe ruft- Maggie Stiefvater
Erschienen: 10/2013 bei script5
FSK: ab 16 Jahren
Seitenzahl: 464 
Preis: 18,95€ Hardcover
Link zum Verlag: Wen der Rabe ruft bei script5


Meine Bewertung: 5 Federn!TOP!



 Ich bin noch ganz verzaubert. Soeben schlug ich dieses wunderbare Buch zu und ein Seufzer bahnte sich einen Weg nach draußen, der alles beinhaltete: Trauer, weil das Buch schon zu Ende ist, Glück, weil ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung freue, Zufriedenheit, da ich endlich mal wieder ein gutes Jugendbuch lesen konnte und Frust, weil es noch so lang dauert bis der nächste Teil erscheint. Dieser Roman hat mich wirklich begeistert und zwar in vielerlei Hinsicht. Kommen wir aber erst einmal zum Inhalt.

Klappentext:
Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.

Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?



Meine Meinung:
Wie ich bereits schrieb bin ich wirklich absolut hin und weg von diesem Buch. Angefangen vom Schreibstil, über die Charaktere bis hin zur gut konstruierten und vielschichtigen Handlung ist es gelungen. Ich habe bis jetzt noch keinen Stiefvater-Roman gelesen, deshalb ist mir ihr Schreibstil neu, aber er hat mir sehr gut gefallen. Er ist flüssig zu lesen und sie schaffte durch gut gesetzte Informationen und Handlungsstränge eine ständig präsente Spannung, die mal nur schwer fassbar und mal so greifbar war, das ich kribbelig auf der Couch saß und nicht aufhören konnte zu lesen. 
Die kurze Inhaltsangabe zeigt eigentlich nur einen wirklich sehr kleinen Teil der Handlung. Natürlich geht es auch um Blue und ihre Weissagung sowie ihr Zusammentreffen mit Gansey´s Geist, doch bringt dies nur die Handlung ins Rollen und im Laufe des Buches hat man die Tatsache zwar immer im Kopf, aber so vieles ist einfach in dem Moment wichtiger. Stiefvater nimmt uns mit auf eine Suche nach versteckten Energielinien, verschollenen walisischen Königen und entführt uns dabei in eine Welt voll von mystischen Wäldern, Visionen und magischen Wahrsagungen, in der niemand weiß auf was er sich einlässt!

Bis etwa zur Hälfte des Buches lernen wir die verschiedenen Protagonisten mehr oder weniger kennen. Stiefvater gibt uns aber immer nur bröckchenweise Informationen über die einzelnen Figuren, so dass man sich nicht wirklich sicher ist, ob man mit seinen Vermutungen Recht hat. 
Die Charaktere sind sehr vielschichtig und kommen ohne jegliches Klischee aus. So ist Blue zwar etwas anders, was bei einer "Familie" bestehend aus Wahrsagerinnen und der Gabe quasi eine "Batterie" für Übersinnliches zu sein auch nicht so abwegig ist, doch ist sie kein graues Mäuschen und ziemlich selbstbewusst. 
Gansey ist durch seine Bessenheit für die Ley-Linien und seine Selbstzweifel und Unsicherheit in Bezug auf sich selbst nicht der Super-Dreamboy, was ihn aber sehr authentisch wirken lässt. Für seine Freunde ist er, was ihm aber selbst nicht klar ist, der Mittelpunkt ihrer Welt. Er hat einen unglaublich großen Einfluss auf sie. Für ihn sind Adam, Ronan und Noah seine Brüder und er übernimmt die Verantwortung für sie.
Adam ist trotz seiner Armut und der Härte seines Vaters überaus stolz, vielleicht zu stolz und nimmt von seinen Freunden keine Almosen an. Seine Kampf um seine Eigenständig- und Unabhägigkeit ist sehr rührend und man träumt diesen Traum mit ihm. Dennoch steht ihm dieser Stolz auch im Weg und das muss und wird er sicher noch erkennen.
Ronan ist sowas wie der Pitbull der Gruppe. Durch seine Vergangenheit, über die wir nicht allzu viel erfahren, ist er abgestumpft und nur sehr wenige können unter seiner rauen, harten Schale etwas Gutes finden. Gansey ist das gelungen und somit gewann er einen absolut loyalen, lateinbegabten, Freund. Ich denke wir werden in den nächsten Bänden noch sehr viel Spannendes über ihn erfahren.
Über Noah möchte ich hier nicht so viel sagen, da ich sonst wahrscheinlich spoilere!
Blues "Familie" ist unglaublich erfrischend. Besonders ist mir Persephone (allein der Name ist schon eine Erwähnung wert) ans Herz gewachsen, weil sie so niedlich unversonnen ist und manchmal gar nicht zu wissen scheint, was sie sagt. Aber auch Calla und Maura sind wirklich nette Figuren, die für Abwechslung in der stets etwas düsteren Atmosphäre sorgen. 

Alles in Einem haben mich gerade diese sehr facettenreichen Charaktere überaus angesprochen. Selten habe ich ein Jugendbuch gelesen, in denen so viele Protagonisten so verschieden dargestellt wurden, wobei keiner überzeichnet oder zu extrem wirkt. Zudem kommt die spannende Handlung und die ungewöhnliche, mystische Geschichte dahinter, die gut und intelligent konstruiert ist. Manch einer könnte vielleicht der Meinung sein, dass sie etwas mühseelig ins rollen kommt, aber ich empfand es als überaus angenehm. 

Fazit: Ein überaus lesenswertes Buch mit tiefgründigen und liebenswerten Charakteren und einer spannenden ungewöhnlichen und bewegenden Geschichte. Wer gern auf eine mystisch-magische Suche mit allerhand Überraschungen mitgenommen werden will, der sollte die Geschichte von Blue und Gansey unbedingt lesen. Es lohnt sich!

Herzlich danke ich dem vorablesen-Team und script5 für die Bereitsstellung dieses Buches!


 

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